
Nichts ist nerviger als Musik in Form von Dateien kaufen zu wollen, einen Shop zu finden, der das Release anbietet, um festzustellen, dass das Handling dort unter aller Sau ist. Die Vorhörfunktion ist langsam oder ruckelt, man kann nicht skippen, die Soundqualiät ist schlecht oder man muss irgend ein obskures Realplayer Plugin herunterladen. Wenn dies alles trotzdem ok ist, erlebt man dann beim Download sein blaues Wunder. Man muss entweder jede Datei einzeln downloaden, oder alle Dateien der Alben oder EPs werden in einem Ordner ohne aussagekräftige Beschriftung geschmissen. Bei allen gängigen Stores für DJ-Musik (iTunes zählt meiner Meinung nach nicht dazu) habe ich diese Probleme erlebt, nur einer ist mir bisher positiv aufgefallen: Zero-Inch.
Die Vorhörfunktion ist vorbildlich umgesetzt, man kann ultra schnell skippen, hat sehr schnell Zugriff auf alle Tracks innerhalb eines Releases und die Soundqualität ist annehmbar. Alle Tracks lassen sich auf einem Clipboard bookmarken und dieses kann dann später direkt auch so gekauft werden. Der Download ist super easy, man kann alle Dateien in einem Zip runterladen. Alle Tracks sind übrigens mit dem Cover versehen. Bezahlung ist per gängiger Kreditkarten, Sofort-Überweisung und Paypal möglich, was aber mittlerweile alle gängigen Stores unterstützen.
Was ich ein wenig verwirrend finde, ist die Unterteilung von Musik nach deren Herkunft in Städten. Das hat bei mir irgendwie noch nicht so gefunkt oder ich habe es noch nicht wirklich kapiert. Auch die Suchfunktion sollte zero” vielleicht mal an etwas prominentere Stelle bewegen, denn mir ist es schon ein paar Mal passiert, das ich sie gesucht habe. Eine nicht gefundenen Suchfunktion ist meist das Ende eines Neukundenbesuchs, ich spreche da aus Erfahrung.
Das Beste an zero” ist aber der sehr gepflegte Katalog. Hier wird auf überflüssige Labels verzichtet und man hat den Eindruck, dass hier wirklich Leute am Werk sind, die sich mit Hand und Herz um den Laden kümmern. Im Gegensatz zum Marktführer Beatport, der mit aufgeblähtem (in Fachsprache “bloated”) Flash/Flex wesentlich weniger Handlungsspielraum und dafür noch viel mehr überflüssige Musik bietet, mehr als eine Alternative, für mich gibt es im Bereich DJ-Musik fast nichts anderes mehr.
http://www.zero-inch.com/
spontanMusik auf Zero-inch
Beiträge getagged ‘spontanMusik’
Zero-inch – bester DJ-Downloadstore bisher
9 Februar 2010ingern – irregularity motions (spontanMusik 16)
25 Januar 2010
Die Zeichen stehen bei uns im Headquarter von spontanMusik in letzter Zeit ja wieder ziemlich auf abgedrehte Sachen. Deshalb ist es kein Wunder, dass dieses Release gerade jetzt kommt. Nach einer vom Abfuckfaktor sehr durchwachsenen Compilation, räumt spontanMusik mit ingern`s irregularity motions mit dem Gerücht auf, wir wären unter die IDM-Renter gegangen und würden uns gar nichts mehr trauen. Nun also ein Release, das sich in die gleiche Reihe wie Paradroid`s Galaga Gamelan stellen darf. Und das ohne irgendwie kopiert zu klingen. Was unser lieber ingern da macht, erinnert selbstverständlich irgendwie an Twerk oder Paradroid, keine Frage, der junge Japaner macht das aber so geschickt und deep, dass man selbst als alteingesessener Freund dieser beiden Frickel-Techno-Ikonen gar nicht anders kann als ihn zu lieben.
Hurra, wir sind zurück im Frickelland… Prost.
Das Album gibt es auf spontan-Musik.de
Woodnote – Söppel EP
10 Dezember 2009
Wer der letzten spontanMusik Compilation Unclassified Accidents gelauscht hat, dem ist vielleicht der Track MacAvity von Woodnote ins Ohr gesprungen. Für alle denen der Track gefallen hat, gibt`s eine gute Nachricht, denn es gibt mehr von dem Norweger Musiker.
Die Söppel EP ist über das Newcomer-Portal Bandcamp erscheinen und beinhaltet 4 eingängig groovende Tracks, die aufgrund ihrer Einfachheit durchaus auch zum morgendlichen Katerfrühstück genossen werden können, trotzdem aber weder beliebig, noch billig oder langweilig klingen. Für mich wieder mal ein Beweis, dass es Musiker in den Weiten des Netzes gibt, die keiner kennt und die trotzdem Musik auf sehr hohem Niveau produzieren. Ich hoffe, es wird bald mehr von ihm geben. Zumindest wünsche ich mir ein Album von Woodnote. Dann aber auf spontanMusik.
spontanMusik – Unclassified Accidents
8 Oktober 2009
Es ist geschafft. Unsere erste Broken-Beat-Electronica-Glitch-Downbeat-Drumnbass-Dubstep-oderwasauchimmer-Compilation ist vollendet. Nach einem relativ kurzem Compiling wurde wurde das Projekt im Mai 2009 auf der Zielgeraden durch technische Probleme in meinem Studio(danke nochmal an den Drecksladen von TC-Electronics) leider sehr weit nach hinten geworfen und durch einen weiteren Ausfall beim Mastering-Studio meines Vertrauens war ich gezwungen das Teil unter miserablen Bedingungen selbst zu mastern.
Letztendlich bin ich aber doch sehr zufrieden mit dem Endergebnis und freue mich, euch das gute Stück zum kostenlosen Download anbieten zu können. Musikalisch geht es hier in eine für spontanMusik bisher eher ungewohnte Richtung. Wie angekündigt möchte ich das Label hiermit für alle möglichen Musikstile freigeben. Demos sind noch immer sehr willkommen. Bitte schickt uns doch nicht immer den gleichen Minimal-Techno Brei, sondern lasst euch mal was neues einfallen.
Erwähnenswert sind auf jeden Fall alle Tracks, aber irgendwie fehlt mir jetzt die Lust für jeden einzeln eine kleine Geschichte zu schreiben. Am besten ihr ladet euch das Teil hier runter, hört es euch an und schreibt dann brav einen Kommentar in das Feld unten.
Hier eine kleine Auswahl des guten Stücks. Laufzeit ist ca. 60 Minuten.
Lavajaz - Missing

Dieser Werk bzw. Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert. Der Download ist kostenlos.
Zur Release Seite auf spontanMusik
Download ZIP (Archive org, VBR)
Download ZIP (spontanMusik, 256 kbs)
Just Two Ordinary People – Ice Cream Or I scream
1 Oktober 2009
Just Two Ordinary People sind die beiden Mainzer DJs und Produzenten Tilman Schwarz und Michael Fluhr, die unter anderem das Vinyllabel Klamauk hosten. Bei dem Projekt geht es vor allem um eines: Den Tanzboden. Und für ihr Debut auf spontanMusik klappt das schon relativ gut. Zusätzlich zu den 3 Track wurden von mir, Sven Laux und Paul Frick Remixes erstellt. Hervorzuheben wäre vor allem der Remix von Paul, der es sogar in die Montatscharts von Jeff Samuel gepackt hat. Alle 6 Tracks sind seit kurzem von ihrer Kommerzialität befreit und können auf der spontanMusik Homepage kostenlos als 128 kbs Release unter der CC herunter geladen werden. Wie immer betone ich, dass dieses Release einen relativ guten Sound hat. Viele meinen ja immer noch man müsse immer mit 320 kbs encodieren, um was zu reißen. Das ist definitiv falsch und hier ist mal wieder de Beweis.
Lucky Times Paul Frick Remix
Elco Park – Paradroid und Keinzweiter
20 September 2009
Nun ist endlich mal der alte Krempel raus, den ich und Max schon vor Jahren gemacht haben. Das erste Release kam ja damals noch auf Force Inc, als es in seiner Agonie nochmal Lust verspürte eine experimentelle Scheibe -also Vinyl- heraus zu bringen. Elco Park war anfangs ja noch als richtiges Techno-Projekt gedacht, verlief sich dann aber doch in schrägen Beats und Microjazz. Typisch Tobi und Max. Das Release Square Colonial Decoding war ebenfalls ursprünglich als Vinyl gedacht und wurde auch schon von einem Label angefragt. Durch die schlechte Lage am Vinylmarkt und der allgemeinen Übersättigung wurde daraus dann leider nichts und so lag der Schiss dann bei mir rum. Da wir bei spontanMusik gerade ein dickes Compilation-Release planen und das Teil nicht im Sommerloch rausbringen wollten, war dieses Release ein guter Lückenfüller. Naja, ich möchte es ja jetzt nicht schlecht machen, es ist ein gutes Stück Microfunk, das jedem ans Herz gelegt sei, der Paradroid oder Keinzweiter mag.
Hier mal eine Hörprobe meines persönliches Lieblingsstücks.
Elco Park - Square Colonial Decoding
Die Tracks kann man zur Zeit über die spontanMusik Webseite beziehen.
Galapagos Station Uplink MIX
18 August 2009Für diejenigen, die nix zu tun haben, außer sich n coolen Mix anzuhören. Das Teil ist von 2007, hat aber an Aktualität nichts eingebüßt.
Keinzweiter - Galapagos Station Uplink MIXGedanken zu meinem Album
1 April 2009
Wie der ein oder andere vielleicht schon bemerkt hat, habe ich am 23.2.2009 mein eigentlich erstes richtiges Album veröffentlicht. So ein Album ist eine Sache für sich. Da sich in diesem Genre, -also vorherrschend Tanzmusik- so einiges an Material tummelt und ich vor neuen “Beatport-Releases” auf meiner mySpace Seite, kaum noch die Posts meiner Fans und Freunde mitbekomme und diese meist völlig überflüssigen Releases als Single oder Maxi angeboten werden, habe ich mich dazu entschlossen ein richtiges Album zu machen.
Dies ist jetzt leichter gesagt als getan, denn man will ja keine Super-Mega-Minmal-Maxi mit 10 ähnliche klingende 8:30 Beatloops, die sich mit den mitgelieferten Drum-Rack Presets von Ableton Live in einem Wochenende produzieren lassen, sondern ein Stück Musik, das von vielen Gedanken und Konzepten und vor allem von einem Design lebt, das soundmäßig wiederkennbar und einzigartig ist. Völlig unabhängig davon, ob die Tracks jetzt subjektiv “gut” oder “schlecht” sind.
Da ich in den Jahren 2007 und 2008 mindestens 3 Charles Stross, und genau so viele Stanislaw Lem Bücher gelesen habe, die mein Bild von Science Fiction in einer Art verändert haben, die in technisch und philosophischer Hinsicht irgendwo zwischen Alien und 2001 Odyssee im Weltraum geblieben waren, war ich geradezu gezwungen diese Dinge in meiner Musik aufzunehmen. Stross zeigt in seinen ultra-abstrakten Weiterentwicklungen von Open Source, dem Internet, der Gentechnik, der technologischen Singularität oder der Quantenmechanik geradezu schwindelerregende Szenarien basierend auf dem heutigen Stand der Technik. Er selbst sagt in seinem Blog, dass er für sein aktuelles Werk “Glashaus” Dinge erfunden hat, die während der Entstehen des Buches bereits real wurden. Wenn man also Science Fiction vor 40 Jahren mit der heutigen vergleicht, fällt auf, dass die damaligen Entwicklungen sich in einer Zeitspanne von 50 oder höchstens 100 Jahren in der Zukunft befinden. Aus heutiger Sicht wäre ein Blick von 10 Jahren in die Zukunft kaum noch denkbar. In 10 Jahren gibt es wahrscheinlich kein Blogs dieser Art mehr. Oder hattet ihr vor 10 Jahren ein Handy, mit dem ihr ins Internet konntet? Äää? Internet? Web Zwo null? Die Stunde von Science Fiktion hat also lange geschlagen.
Lem`s Science Fiction ist eher etwas für Liebhaber von kosmisch komischer Geschichten, die vor Philosophie, Fantasie und kleinteiligem Humor nur so strotzen. Technisches Gebrabbel der Marke Stross ist, auch wenn vorhanden, eher hintergründig. Lem, der sich selbst als größter Kritiker des Genres sieht sagt in diesem Zusammenhang mal
Neben den Drogen, die heute viele Tausende und vielleicht Millionen vergiften, wird unser Verstand obendrein durch die rund um den Globus verbreitete Emission pseudokosmischen Unsinns befallen.
Er sieht die Entwickung von Science Fiction ähnlich wie ich die von Techno Musik. Es wird soviel überflüssige Musik produziert, die den damaligen Gedanken von Techno entweder missverstaden haben oder ihn aus reinem Nihilismus einfach ignorieren. Techno war früher einfach mal mehr als reine Tanzmusik. Es war ein Blick in die Zukunft. Ein Gefühl von Faszination der Technik. Eine Musik völlig frei von musiktheoretischen Regeln. Bis auf die einfachen Beats war Techno einfach in keinem musikalischem Regelwerk beschreibbar, weil es keine klassischen Harmonien und Kadenzen gibt.
Heute ist alles ganz anders. Man kauft (oder klaut) sich Ableton Live und freut sich, dass alles was man zum Beatbasteln schon als attraktives Preset vorliegt. Jeder Depp macht nach 2 Wochen üben damit Minimal.
Globus Cassus
Und wie komme ich jetzt auf diesen Titel? Globus Cassus ist wie viele Anspielungen in den Tracktiteln ein Symbol für einen utopischen Futurismus. Ich zitiere mal Wikipedia zum Thema Clobus Cassus:
Globus Cassus (lat. globus „Erdkugel“ und cassus „hohl“) ist eine architektonische Utopie, welche die Umwandlung der Erde in eine viel größere, hohle und auf ihrer Innenseite bewohnte Sphäre von diskusartiger Form vorsieht.
Globus Cassus ist eine Idee des Architekten und Künstlers Christian Waldvogel, die dieser seit 1998 als Open-Content-Website entwickelt. In herkömmlicher Ausstellungsform fand Globus Cassus erstmals 2003 ein Publikum und war 2004 der offizielle Schweizer Beitrag an der 9. Architekturbiennale von Venedig. Das die Ausstellung begleitende, gleichnamige Buch erhielt an der Leipziger Buchmesse 2005 eine Goldmedaille im Wettbewerb Schönste Bücher aus aller Welt.
Mir war das Gesamtkonzept dieses Album sehr wichtig. Thema war Futurismus und ich habe bewusst Tracktitel gewählt, die einen gewissen Bezug dazu haben. Z.B. ist der “Lost Diglator”, der vorloren Diglator im ersten Kapitel von Lem`s Fiasko, der “Pilman Radiant” enstammt dem Buch “Picknik am Wegesrand” von Arkadi und Boris Strugazki, welches übrigens die Vorlage zu einem der größten Filme die je gedreht wurden, Stalker von Andrei Tarkowski.
Das wars dann aber auch
Mit diesem Album verabschiede ich mich von diesem Genre und breche zu neuen musikalischen Ufern auf. Ich denke zu dieser Art von Musik wurde von mir jetzt erstmal alles gesagt, was zu sagen ist.
So und jetzt nochmal ein paar Track-Beispiele:
Keinzweiter - Goldbrick Keinzweiter - Quantum
