Beiträge getagged ‘nu jazz’

Swede:art – Emotional Colors

1 Juli 2010

swedeart-emotional_colors360Alle Achtung, eines meiner Lieblingslabels Tokyo Dawn schießt mit seiner neuen Veröffentlichung  erneut scharf in Richtung Klassiker. Der dem aufmerksamen Leser bereits durch sein exzellentes Release ABC-Alphabeat auf error Broadcast bekannte Swede:art bringt mit seinem Album so ziemlich alles auf den Punkt, was moderner Hip Hop, Soul, Beat haben muss. Die Stimmung von Emotional Colors ist durchgehend dusty, schmutzig und deep, aber Swede schafft es durch seine vorzüglich durchdachten Beatstrukturen eine sehr bestimmte Geradlinigkeit ins Chaos aus Vinylkratzen, Rauschen und leicht übersteuerten Pianos zu bekommen. Die Beats sind vornehmlich ziemlich wonky, ternär oder  stark angeshuffelt, wie man es von Produktionen von Flying Lotus oder Mike Slott kennt. Glücklicherweise kommt dieses Release ohne den zur Zeit sehr modernen, aber in meinen Augen total nervigen Sidechaineffekt aus, bei dem vor allem die Bassline vom Beat stark heruntergedrückt wird und dadurch eine Art kontrollierte Welle erzeugt wird. Die Musik erinnert oftmals an ältere House/Techno-Tracks, obwohl das Grundfeeling, seinen Raps und Cuts doch eher in Richtung Hip Hop steuert.

Ein durchweg hörenswertes Album, das sich sich nahtlos in die qualitativ erstklassige History von Tokyo Dawn einreiht.


Swede:art – Sex On The Airplane by Swede:art

Emotional Colors auf Amazon kaufen (Download)

Plaistow – Post Jazz Trio

8 April 2010

PLAISTOW-IMG_9483ivanovo700pxJazz ist in der heutigen Zeit ja oft immer noch mit dem heillosen Gefrickel des Modern-Jazz der 50er und 60er Jahre behaftet. Für viele ist das nach wie vor ein Haufen unzusammenhängender, schnell gespielter “Töne”. Die meisten Mythen, die über Jazz erzählt werden sind allerdings eben genau das, Mythen. Plaistow, ein Genfer Jazz-Trio, das ich seit einiger Zeit beobachte, spielt zwar Jazz, aber eine eher moderne Version davon, die in gewissen Kreisen auch als Post-Jazz bezeichnet wird. Im Grunde ist das eine minimalisierte und konkretisierte Form eines klassischen Jazz-Setups. Allerdings geht es hier weniger um das möglichst schnelle Durchspielen auswendig gelernter Skalen, als um eine außergewöhnliche Form der Improvisation, die während dem Spiel voller melodischer und rhythmischer Ideen ist und in der man niemals den Eindruck hat, die Band spielt gerade auseinander. Die drei Musiker verstehen sich mit ihren Instrumenten genauso gut, wie in ihrem Kollektiv und das merkt man in jeder Sekunde.
Wer Jazz mag, für den ist  Plaistow sowieso Pflicht und für alle die Jazz nur aus der Schuhabteilung bei Kaufhof oder eben als Frickelorgie kennen, sollten sich die Alben, die es kostenlos auf ihrer Homepage herunterzuladen gibt, unbedingt anhören. Wer sich nicht ganz sicher ist, der kann sich ja mal Plaistow live im unten stehenden Video anschauen.

Plaistow Homepage

Plaistow Downloads (kostenlos)

Plaistow`s erstes Album  “The Crow” erscheint am 12.4.2010 auf Unit records/ Insubordinations netlabel, und kann unter Downloads ebenfalls jetzt schon heruntergeladen werden.

Black Gold 360 – Dirty Electronic Jazz

11 März 2010

Black-Gold-360-LM6iX-Album Es ist beileibe nicht zu viel versprochen, wenn ich hier das Wort Jazz in der Überschrift benutze, denn um elektronische Musik handelt es sich es hier nun wirklich nur sehr bedingt. Eigentlich kann ich beim Hören des Albums von Back Gold 360 nur sehr wenige elektronische Elemente ausmachen, der Großteil ist meiner Meinung nach handgemacht. Nichtsdestrotrotz klingt das hier wirklich nach hochinteressantem Neu-Jazz, den man ruhig in eine Ecke wie Jazzanova oder Konsorten stellen kann.
Der Download dieses schönen Stücks ist kostenlos und sei jedem ans Herz gelegt, der Jazz mag und auf  den Frühling wartet…
Erschienen ist LM6iX auf dem Label Beluga.
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Woodnote – Söppel EP

10 Dezember 2009

1242371784-1Wer der letzten spontanMusik Compilation Unclassified Accidents gelauscht hat, dem ist vielleicht der Track MacAvity von Woodnote ins Ohr gesprungen. Für alle denen der Track gefallen hat, gibt`s eine gute Nachricht, denn es gibt mehr von dem Norweger Musiker.
Die Söppel EP ist über das Newcomer-Portal Bandcamp erscheinen und beinhaltet 4 eingängig groovende Tracks, die aufgrund ihrer Einfachheit durchaus auch zum morgendlichen Katerfrühstück genossen werden können, trotzdem aber weder beliebig, noch billig oder langweilig klingen. Für mich wieder mal ein Beweis, dass es Musiker in den Weiten des Netzes gibt, die keiner kennt und die trotzdem Musik auf sehr hohem Niveau produzieren. Ich hoffe, es wird bald mehr von ihm geben. Zumindest wünsche ich mir ein Album von Woodnote. Dann aber auf spontanMusik.

http://woodnote.bandcamp.com/

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