Manchmal könnte ich echt weinen – vor Glück. Vor allem wenn ich einen Teil meiner Jugend wiederfinde. Die Reportage “Thrash Altenessen” über eine Band, von der ich meine ersten Schallplatten gekauft habe, wurde in den 80ern vom ARD produziert und gegen 1990 gesendet. Zu dieser Zeit war ich ungefähr 12 und Thrashmetal war der Shit für mich. Obwohl ich kein Wort von dem verstand was die Jungs aus Essen da sangen, habe ich mich zu 100% angesprochen gefühlt und während meine Klassenkameraden die Hitparade rauf und runter runter hörten, durchstreifte ich die Plattenläden auf der Suche nach Napalm Death, Slayer oder eben Kreator. Diese Musik verfolgt mich heute noch, vor allem wenn ich sie nach dieser langen Zeit wieder höre und die Texte – die ich jetzt versehen kann- immer noch mitsingen kann. Das Schöne ist, alles kam damals frei von Dogmen aus dem Bauch und hat bis heute nichts an der Energie von damals verloren.
“Thrash Altenessen” war damals der Ausdruck von Rebellion der mir innewohnte. Für mich, der auf einer katholischen Schule mit der mit der Einzige war, der Zugang zu dieser Musik hatte sicher kein leichtes, aber dafür ein ehrliches Statement, von dem ich heute froh bin, es nach außen getragen zu haben.
Kreator – Love Us Or Hate Us
Unglaublich, dass die Jungs damals viel jünger waren als ich jetzt und in ihrer Naivität und in ihren holprigen Ansagen bis heute noch nichts an Aktualität eingebüßt haben. Für eine Band, die unter solchen Bedingungen groß wurde, legen sie für ihr Alter auch schon ein hohes Maß an Spieltechnik vor. Kreator ist heute übrigens einer der global Player im Metal-Biz.
Die komplette Doku gibt es hier.

