Die dunkle Seite des Schnitzels sollte euch ja bereits hinreichend bekannt sein. Tim, auch bekannt als Erdbeeschnitzel oder eben Dark Side of The Meat benötigt eure Hilfe, denn er braucht dringend einen neuen MIDI-Controller. Dafür hat er sich sich eine kleine Webseite gebastelt, mit der er für Spenden für eben dieses Gerät, einen Monome bittet.
Die Besonderheit bei dieser Bettelei 2.0 ist, dass er von Zeit zu Zeit für jede Taste des Monomes (256 an der Zahl) einen kostenlosen Download in Form von Soundpacks oder unveröffentlichten Tracks anbietet. Wer seine Arbeit also zu schätzen weiß, der sollte flux den Donate-Button klicken, damit der kleine Tim schnell zu seinem Monome und ihr so zu noch mehr Musik von ihm kommt. Wenn das mal kein Deal ist.
Beiträge getagged ‘Mainz’
Tim braucht ein Monome
1 April 2010Dark Side Of The Meat – Die dunkle Seite des Schnitzels
16 März 2010
Tim Keiling aka Erdbeerschnitzel könnte man auch als Retter des fleischgewordenen Mainzer Neustadtsounds bezeichnen. Wenn es denn einen gäbe. Zumindest konzentriert er sich bei seinem Nebenprojekt Dark Side Of The Meat auf das Unwesentliche zwischen Bits und Bytes und was sonst noch dabei rauskommt, wenn man youtube als Quelle für geeignetes Samplematerial missbraucht. Die Tracks auf seinem Debütalbum könnte man auch als Multimashup bezeichnen, denn Tim scheut sich nicht, alles zu verwursten, was ihm in die Quere kommt, egal ob das nun aus einem 70er Jahre Polizotti oder aus der neusten “Rudelberger Fleischkäse”-Werbung stammt. Sampling 2.0 quasi. Heraus kommt dann ein wunderbarer Mix aus modernen, und vor allem wonky Beats, die in keiner Musiksammlung jenseits unserer herzhaft nach türkischem Fastfood riechenden Mainzer Neustadt fehlen sollte. Dönerbeat rules!
Das Album bei spontanMusik klarmachen!
Dark Side Of The Meat – Thou Art Pleasuring by spontanMusik
Klamauk Labelparty – The Clover live in Mainz
16 November 2009
Es war mal wieder eines der Events auf das man sich schon Wochen vorher gefreut hat. Das Mainzer Label Klamauk lud am 6.11.2009 in der Mainzer Comodo-Lounge zur Too Fast For Love-Labelnacht. Mit von der Partie waren Tilman, Trojan, Michael Fluhr, meine Wenigkeit und der Liveact The Clover aus Italien. Schon während dem Warmup wurde klar, dass es eine gute Party werden sollte, denn die Tanzfläche war schon lange vor dem Hauptact bestens gefüllt. Und so konnten The Clover, die mit Laptop, Drumpad und Bassgitarre eine bunte Mischung aus Italohouse, Mircofunk und Minimalhouse spielten die Crowd durch eine funkig rockende Liveperformance überzeugen. Als gegen 6 Uhr dann die Polizei auftauchte war für uns die Party dann auch endlich vorbei, wobei zu hoffen bleibt, dass Klamauk – das Label, das mehr Partys macht als Musik- uns bald wieder mit einer Party dieser Art beschert. Ich bin auf alle Fälle wieder dabei
Keinzweiter Interview und Remixwettbewerb @ Beat Magazin
9 November 2009
Deutschlands führendes Magazin für Produzenten und Musiker Beat hatte im Oktober bei mir angefragt, ob man nicht einen Remixwettbewerb einer der Tracks vom meinem Album Globus Cassus machen und dies mit einem kleinen Interview kombinieren könnte. Natürlich sagte ich zu und das Ergebnis könnt ihr seit dem 6. November diesen Jahres in der neuen Ausgabe bewundern. Der zu remixende Track ist mein Liebling Quantum(Direct Download) und zu gewinnen gibt es diesmal einen richtigen Analogsynth, was die Teilnahme natürlich noch motivierender machen sollte. Ich bin mir zwar nicht sicher ob ich selbst den Gewinner küren werden, rate aber allen die schon immer mal einen Track von mir remixen wollten, sich das Heft zu besorgen und loszulegen. Die Samples findet ihr auf der beiliegenden DVD, die übrigens vollgepackt mit weiteren freien Samples ist.
Mit von der Partie ist übrigens der Mainzer DJ und Designer Michael Fluhr, der u.a. für die Designs des Labels Klamauk verantwortlich ist. Ein rundes Mainz-Special also, das unser eingeschlafenes Nest mal wieder etwas in den Vordergrund rücken sollte.
>>Interview lesen<<
Danke nochmal an Jenny Westhauser für die schönen Bilder.
DOWNLOAD REMIXFILES and send it to remix AT beat . de
Deadline: 1.12.2009
Und hier nochmal Quantum:
Keinzweiter – Quantum by spontanMusik
spontanMusik – Unclassified Accidents
8 Oktober 2009
Es ist geschafft. Unsere erste Broken-Beat-Electronica-Glitch-Downbeat-Drumnbass-Dubstep-oderwasauchimmer-Compilation ist vollendet. Nach einem relativ kurzem Compiling wurde wurde das Projekt im Mai 2009 auf der Zielgeraden durch technische Probleme in meinem Studio(danke nochmal an den Drecksladen von TC-Electronics) leider sehr weit nach hinten geworfen und durch einen weiteren Ausfall beim Mastering-Studio meines Vertrauens war ich gezwungen das Teil unter miserablen Bedingungen selbst zu mastern.
Letztendlich bin ich aber doch sehr zufrieden mit dem Endergebnis und freue mich, euch das gute Stück zum kostenlosen Download anbieten zu können. Musikalisch geht es hier in eine für spontanMusik bisher eher ungewohnte Richtung. Wie angekündigt möchte ich das Label hiermit für alle möglichen Musikstile freigeben. Demos sind noch immer sehr willkommen. Bitte schickt uns doch nicht immer den gleichen Minimal-Techno Brei, sondern lasst euch mal was neues einfallen.
Erwähnenswert sind auf jeden Fall alle Tracks, aber irgendwie fehlt mir jetzt die Lust für jeden einzeln eine kleine Geschichte zu schreiben. Am besten ihr ladet euch das Teil hier runter, hört es euch an und schreibt dann brav einen Kommentar in das Feld unten.
Hier eine kleine Auswahl des guten Stücks. Laufzeit ist ca. 60 Minuten.
Lavajaz - Missing

Dieser Werk bzw. Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert. Der Download ist kostenlos.
Zur Release Seite auf spontanMusik
Download ZIP (Archive org, VBR)
Download ZIP (spontanMusik, 256 kbs)
Just Two Ordinary People – Ice Cream Or I scream
1 Oktober 2009
Just Two Ordinary People sind die beiden Mainzer DJs und Produzenten Tilman Schwarz und Michael Fluhr, die unter anderem das Vinyllabel Klamauk hosten. Bei dem Projekt geht es vor allem um eines: Den Tanzboden. Und für ihr Debut auf spontanMusik klappt das schon relativ gut. Zusätzlich zu den 3 Track wurden von mir, Sven Laux und Paul Frick Remixes erstellt. Hervorzuheben wäre vor allem der Remix von Paul, der es sogar in die Montatscharts von Jeff Samuel gepackt hat. Alle 6 Tracks sind seit kurzem von ihrer Kommerzialität befreit und können auf der spontanMusik Homepage kostenlos als 128 kbs Release unter der CC herunter geladen werden. Wie immer betone ich, dass dieses Release einen relativ guten Sound hat. Viele meinen ja immer noch man müsse immer mit 320 kbs encodieren, um was zu reißen. Das ist definitiv falsch und hier ist mal wieder de Beweis.
Lucky Times Paul Frick Remix
Gedanken zur Bundestagswahl 2009
23 September 2009
Ich bin eigentlich kein sehr politischer Mensch und Wahlen nerven mich eigentlich total. Alle quatschen irgendeinen populistischen Mist und tanzen um den heißen Brei herum, um nach der Wahl dann doch alles ganz anders machen zu müssen, als im Wahlkampf versprochen. Dennoch finde ich, auch wenn das hier eigentlich wenig verloren hat, dass vor allem die unpolitischen Leute unbedingt wählen gehen sollten, denn wir sind meist die Unvoreingenommen. Der Grund wählen zu gehen liegt auf der Hand: Wer keine Stimme abgibt, gibt sie automatisch der Partei, die er definitiv nicht unterstützen will. Aber wen soll man als wahrheits- und freiheitsliebender Mensch letztendlich wählen? Ich habe da eine sehr spezielle Meinung, die hier wenig zur Sache tut, weil ich möchte, dass jeder sich selbst ein Bild macht, bevor er irgendwo ein Kreuzchen hinsetzt. Das soll also keine Wahlwerbesendung für irgendeine Partei, sondern einfach nur ein paar Anregungen und Gedanken zur politischen Situation sein.
Grundsätzlich sollte man zunächst einmal über die großen Parteien also die CDU und die SPD wissen, dass sich diese nicht sehr voneinander unterscheiden. Beide Parteien wie auch die Grünen haben ihren ehemaligen Grundsätzen schon lange den Rücken zugekehrt. Heißt es bei den Christen nicht “du sollst nicht töten”? Welch Doppelmoral, sich eine Religion auf die Fahne zu schreiben und 2003 dem Kriegverbrecher Georg W. Bush das Händchen für den Irak-Überfall zu halten. Volker Pispers bringt es wieder mal auf den Punkt. 2009 hat sich an unserer Kriegspolitik ebenfalls nichts verändert. Die Bundeswehr wird noch immer für einen Angriffskrieg in Afghanistan missbraucht und uns wird erzählt, dass es sich dabei um einen “Stablisierungseinsatz für unsere Freiheit” handelt. Welch dreiste Lüge. Wer sich für wirklich interessante Insider-Informationen über diesen Krieg interessiert, dem sei der Vortrag von Christoph Hörstel ans Herz gelegt. Dieser Vortrag ist Gold wert und hat mein Bild über die deutsche Außenpolitik und unserer Mainstream-Medien durchaus etwas verändert. Nachdem ihr also wisst was in Afghanistan so los ist, wollt ihr weder CDU, SPD, FDP noch die Grünen wählen, diese Parteien unterstützen Kriege und sind somit nicht wählbar. Punkt. Alles andere ist mir da vollkommen scheißegal.
Ich habe mir am 21.9. selbst ein Bild von einer Merkelrede gemacht und kann nur sagen, dass es schon fast eine Dreistigkeit ist, wie hier mit hollywoodreifem Pathos versucht wird, von den wahren Problemen dieser Nation bzw dieser Welt abzulenken. Mehr als ein Yeaaa (oder wie sie sagte “juhu”) ist das beim besten Willen nicht wert.
Was bleibt also noch über? NPD fällt wegen völlig schwachsinniger, rechtsradikaler und rassistischer Aussage komplett flach und die Linke, naja, vieles kann ich durchaus unterschreiben, vieles passt mir dann aber auch nicht so wirklich in den Kram, ist mir eine Spur zu populistisch oder ist mir persönlich einfach etwas zu rot. Ich für meinen Teil möchte nicht in irgendeiner politischen Ecke stehen und deshalb ist links auch für mich keine endgültige Alternative.
Wichtig sind mir vor allem Themen wie Innen und Außenpolitik, Informations- und Gesundheitspolitik. Auch die Debatte über “Killerspiele” liegt mir am Herzen, weil ich gerne Paintball spiele. Eine neue Partei, die sich mit den Themen Internet, Urheberrecht und Informationelle Selbstbestimmung auseinandersetzt ist die Piratenpartei. Grundsätzlich finde ich diese Partei und ihre Aktionen sehr attraktiv, leider fehlen mir die Statements zur Außenpolitik. Für Internetnerds wie mich, ist das zunächst einmal sehr interessant.
Ich kann letztendlich nur appellieren, zur Wahl zu gehen. Lasst euch vorher bitte nochmal alles durch den Kopf gehen und wählt bitte keine Parteien die Kriege unterstützen, keine Parteien, die aus fadenscheinigen Gründen wie Terrorbekämpfung eure Freiheit beschneiden wollen. Wählt keine Politiker die unsere Bundeswehr in imperialistische Besatzungen schickt, während sie Computerspiele und Paintball an den Pranger der Sittenwidrigkeit stellen. Wählt keine Parteien die radikale und rassistische Einfärbungen haben. Wählt keine Parteien, die das Internet zensieren wollen indem sie vorgeblich gegen Kinderpornografie vorgehen, diese aber nicht verfolgen sondern nur filtern. Wählt keine Partei, die Bildung nur gegen Geld zur Verfügung stellen möchte. Wählt keine Partei, die weiterhin am Anbau-Verbot von Hanf festhält. Wählt keine Partei, die sich für den verfassungswidrigen EU-Reformvertrag von Lissabon einsetzt. Wählt keine Politiker, die das Internet als rechtsfreie Zone hinstellen, selbst aber nicht einmal wissen was ein Browser ist. Und so könnte man das bis in die Unendlichkeit fortführen. Politik ist komplex und was für den einen Fluch, ist für den anderen Segen.
Für politische Laien wie mich nicht so einfach…
Wer sich noch gar nicht sicher ist, sollte vielleicht mal beim Wahl-o-mat vorbeischauen. Aber selbst der scheint nicht wirklich eindeutig zu sein.
Wenn ihr gar nicht wisst, was ihr wählen sollt, streicht den Wahlschein einfach durch und gebt ihn trotzdem ab. Damit ist eure Stimme ungültig und ihr gebt nicht automatisch der Partei eure Stimme die ihr nicht wählen wollt.
Und hier nochmal der Merkel- Flashmob vom 21.09.09 in Mainz.
So und jetzt wieder zurück zu einem Thema mit dem ich mich besser auskenne!
Links
http://www.hatmeinabgeordneterfuernetzsperrengestimmt.de/
Elco Park – Paradroid und Keinzweiter
20 September 2009
Nun ist endlich mal der alte Krempel raus, den ich und Max schon vor Jahren gemacht haben. Das erste Release kam ja damals noch auf Force Inc, als es in seiner Agonie nochmal Lust verspürte eine experimentelle Scheibe -also Vinyl- heraus zu bringen. Elco Park war anfangs ja noch als richtiges Techno-Projekt gedacht, verlief sich dann aber doch in schrägen Beats und Microjazz. Typisch Tobi und Max. Das Release Square Colonial Decoding war ebenfalls ursprünglich als Vinyl gedacht und wurde auch schon von einem Label angefragt. Durch die schlechte Lage am Vinylmarkt und der allgemeinen Übersättigung wurde daraus dann leider nichts und so lag der Schiss dann bei mir rum. Da wir bei spontanMusik gerade ein dickes Compilation-Release planen und das Teil nicht im Sommerloch rausbringen wollten, war dieses Release ein guter Lückenfüller. Naja, ich möchte es ja jetzt nicht schlecht machen, es ist ein gutes Stück Microfunk, das jedem ans Herz gelegt sei, der Paradroid oder Keinzweiter mag.
Hier mal eine Hörprobe meines persönliches Lieblingsstücks.
Elco Park - Square Colonial Decoding
Die Tracks kann man zur Zeit über die spontanMusik Webseite beziehen.
Gedanken zu meinem Album
1 April 2009
Wie der ein oder andere vielleicht schon bemerkt hat, habe ich am 23.2.2009 mein eigentlich erstes richtiges Album veröffentlicht. So ein Album ist eine Sache für sich. Da sich in diesem Genre, -also vorherrschend Tanzmusik- so einiges an Material tummelt und ich vor neuen “Beatport-Releases” auf meiner mySpace Seite, kaum noch die Posts meiner Fans und Freunde mitbekomme und diese meist völlig überflüssigen Releases als Single oder Maxi angeboten werden, habe ich mich dazu entschlossen ein richtiges Album zu machen.
Dies ist jetzt leichter gesagt als getan, denn man will ja keine Super-Mega-Minmal-Maxi mit 10 ähnliche klingende 8:30 Beatloops, die sich mit den mitgelieferten Drum-Rack Presets von Ableton Live in einem Wochenende produzieren lassen, sondern ein Stück Musik, das von vielen Gedanken und Konzepten und vor allem von einem Design lebt, das soundmäßig wiederkennbar und einzigartig ist. Völlig unabhängig davon, ob die Tracks jetzt subjektiv “gut” oder “schlecht” sind.
Da ich in den Jahren 2007 und 2008 mindestens 3 Charles Stross, und genau so viele Stanislaw Lem Bücher gelesen habe, die mein Bild von Science Fiction in einer Art verändert haben, die in technisch und philosophischer Hinsicht irgendwo zwischen Alien und 2001 Odyssee im Weltraum geblieben waren, war ich geradezu gezwungen diese Dinge in meiner Musik aufzunehmen. Stross zeigt in seinen ultra-abstrakten Weiterentwicklungen von Open Source, dem Internet, der Gentechnik, der technologischen Singularität oder der Quantenmechanik geradezu schwindelerregende Szenarien basierend auf dem heutigen Stand der Technik. Er selbst sagt in seinem Blog, dass er für sein aktuelles Werk “Glashaus” Dinge erfunden hat, die während der Entstehen des Buches bereits real wurden. Wenn man also Science Fiction vor 40 Jahren mit der heutigen vergleicht, fällt auf, dass die damaligen Entwicklungen sich in einer Zeitspanne von 50 oder höchstens 100 Jahren in der Zukunft befinden. Aus heutiger Sicht wäre ein Blick von 10 Jahren in die Zukunft kaum noch denkbar. In 10 Jahren gibt es wahrscheinlich kein Blogs dieser Art mehr. Oder hattet ihr vor 10 Jahren ein Handy, mit dem ihr ins Internet konntet? Äää? Internet? Web Zwo null? Die Stunde von Science Fiktion hat also lange geschlagen.
Lem`s Science Fiction ist eher etwas für Liebhaber von kosmisch komischer Geschichten, die vor Philosophie, Fantasie und kleinteiligem Humor nur so strotzen. Technisches Gebrabbel der Marke Stross ist, auch wenn vorhanden, eher hintergründig. Lem, der sich selbst als größter Kritiker des Genres sieht sagt in diesem Zusammenhang mal
Neben den Drogen, die heute viele Tausende und vielleicht Millionen vergiften, wird unser Verstand obendrein durch die rund um den Globus verbreitete Emission pseudokosmischen Unsinns befallen.
Er sieht die Entwickung von Science Fiction ähnlich wie ich die von Techno Musik. Es wird soviel überflüssige Musik produziert, die den damaligen Gedanken von Techno entweder missverstaden haben oder ihn aus reinem Nihilismus einfach ignorieren. Techno war früher einfach mal mehr als reine Tanzmusik. Es war ein Blick in die Zukunft. Ein Gefühl von Faszination der Technik. Eine Musik völlig frei von musiktheoretischen Regeln. Bis auf die einfachen Beats war Techno einfach in keinem musikalischem Regelwerk beschreibbar, weil es keine klassischen Harmonien und Kadenzen gibt.
Heute ist alles ganz anders. Man kauft (oder klaut) sich Ableton Live und freut sich, dass alles was man zum Beatbasteln schon als attraktives Preset vorliegt. Jeder Depp macht nach 2 Wochen üben damit Minimal.
Globus Cassus
Und wie komme ich jetzt auf diesen Titel? Globus Cassus ist wie viele Anspielungen in den Tracktiteln ein Symbol für einen utopischen Futurismus. Ich zitiere mal Wikipedia zum Thema Clobus Cassus:
Globus Cassus (lat. globus „Erdkugel“ und cassus „hohl“) ist eine architektonische Utopie, welche die Umwandlung der Erde in eine viel größere, hohle und auf ihrer Innenseite bewohnte Sphäre von diskusartiger Form vorsieht.
Globus Cassus ist eine Idee des Architekten und Künstlers Christian Waldvogel, die dieser seit 1998 als Open-Content-Website entwickelt. In herkömmlicher Ausstellungsform fand Globus Cassus erstmals 2003 ein Publikum und war 2004 der offizielle Schweizer Beitrag an der 9. Architekturbiennale von Venedig. Das die Ausstellung begleitende, gleichnamige Buch erhielt an der Leipziger Buchmesse 2005 eine Goldmedaille im Wettbewerb Schönste Bücher aus aller Welt.
Mir war das Gesamtkonzept dieses Album sehr wichtig. Thema war Futurismus und ich habe bewusst Tracktitel gewählt, die einen gewissen Bezug dazu haben. Z.B. ist der “Lost Diglator”, der vorloren Diglator im ersten Kapitel von Lem`s Fiasko, der “Pilman Radiant” enstammt dem Buch “Picknik am Wegesrand” von Arkadi und Boris Strugazki, welches übrigens die Vorlage zu einem der größten Filme die je gedreht wurden, Stalker von Andrei Tarkowski.
Das wars dann aber auch
Mit diesem Album verabschiede ich mich von diesem Genre und breche zu neuen musikalischen Ufern auf. Ich denke zu dieser Art von Musik wurde von mir jetzt erstmal alles gesagt, was zu sagen ist.
So und jetzt nochmal ein paar Track-Beispiele:
Keinzweiter - Goldbrick Keinzweiter - Quantum

