Beiträge getagged ‘club’

Swede:art – Emotional Colors

1 Juli 2010

swedeart-emotional_colors360Alle Achtung, eines meiner Lieblingslabels Tokyo Dawn schießt mit seiner neuen Veröffentlichung  erneut scharf in Richtung Klassiker. Der dem aufmerksamen Leser bereits durch sein exzellentes Release ABC-Alphabeat auf error Broadcast bekannte Swede:art bringt mit seinem Album so ziemlich alles auf den Punkt, was moderner Hip Hop, Soul, Beat haben muss. Die Stimmung von Emotional Colors ist durchgehend dusty, schmutzig und deep, aber Swede schafft es durch seine vorzüglich durchdachten Beatstrukturen eine sehr bestimmte Geradlinigkeit ins Chaos aus Vinylkratzen, Rauschen und leicht übersteuerten Pianos zu bekommen. Die Beats sind vornehmlich ziemlich wonky, ternär oder  stark angeshuffelt, wie man es von Produktionen von Flying Lotus oder Mike Slott kennt. Glücklicherweise kommt dieses Release ohne den zur Zeit sehr modernen, aber in meinen Augen total nervigen Sidechaineffekt aus, bei dem vor allem die Bassline vom Beat stark heruntergedrückt wird und dadurch eine Art kontrollierte Welle erzeugt wird. Die Musik erinnert oftmals an ältere House/Techno-Tracks, obwohl das Grundfeeling, seinen Raps und Cuts doch eher in Richtung Hip Hop steuert.

Ein durchweg hörenswertes Album, das sich sich nahtlos in die qualitativ erstklassige History von Tokyo Dawn einreiht.


Swede:art – Sex On The Airplane by Swede:art

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Tom Ellis – French for Clouds

21 April 2010

Was Tanzmusik betrifft, sind meine Erwartungen in den letzten Jahren enorm gestiegen. Sicher liegt das daran, dass eben diese Musik von überflüssigen Veröffentlichungen am meisten betroffen ist. Kann doch heute jeder Otto-Normal-PC-Besitzer zum inspirationsarmen Minimal-Techno Produzent werden.
Tom Ellis gehört sicher nicht dazu, denn Tom, obwohl sein Output in den letzten Jahren enorm ist, schafft er es immer wieder sich vom Standard abzuheben und tanzbare Tracks abzuliefern, die vor Deepness und Groove nur so strotzen. Sein neues Album French for Clouds ist allerdings eine Weiterentwicklung zum bisherigen Minimal-Funk, denn es enthält zum ersten Mal Downbeat und Disco Elemente, die immer wieder mit Vocalscuts und spacigen Effekten aufgepeppt werden.
Hervorzuheben wäre der Track Lullaby der von Vocals der nordamerikanischen Djane und Produzentin Suz geschmückt ist. Alles in allem ein wahnsinns Album, das sich zu Tanzen wie zu hören bestens eignet.

Sevish – Golden Hour

18 Januar 2010

spnt001_frontSevish, ein junger Musiker aus London, der im Herbst 2009  mit seinem Beitrag für die spontanMusik Compilation “Unclassified Accidents” glänzen konnte, hat nach langem Warten nun endlich sein Album Golden Hour veröffentlicht. Das auf dem Netabel Split Notes releaste Teil ist vollgepackt mit UK-typischen Oldschool-Beats, die weitgehend in den Bereich Drum n Bass fallen, sich aber auch vor Dubstep oder Hip Hop nicht verschließen. Schwerpunkt sind allerdings weniger die Beats, sondern der tonale Aspekt. Hier werden für diesen Bereich völlig und untypische exotische Skalen -darunter Bohlen-Pierce oder Wendy Carlos-  benutzt und mit diesen, für das westliche Ohr befremdlichen Skalen sehr interessante, harmonische Konzepte entwickelt. Aufgefallen sind mir vor allem Ähnlichkeiten zur Arbeit von Terry Riley.
Sehr hörenswertes Album, und das auch noch völlig kostenlos…

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UNOIKI – Künstlerkollektiv zwischen Bits und Bytes

2 Januar 2010

logounoiki

Das neue Jahr beginnt direkt mit einigen Neuigkeiten rund um mein Schaffen. Am 1.1.2010 startete das vom Berliner Produzenten Dr.Nojoke ins Leben gerufene Künstlerkollektiv UNOIKI. Das Projekt soll eine explorative Plattform für elektronische Musik, visuelle und artverwandte Kunstformen, die zwischen Club und Kunst angesiedelt sind bereitstellen. UNOIKI ist also kein traditionelles Label und weniger ein klassisches Netlabel, als ein Konzept welches Zwischenräume erforscht, nach neuen Wegen und Feldern sucht und Regeln, Grenzen und Strukturen in Musik, Kunst, Verwertung, Vertrieb und Pomotion und der Gesellschaft an sich hinterfragt. Wert wird bei allen Veröffentlichungen vor allem auf Nachhaltigkeit gelegt, die ja gerade im äußerst schnelllebigen Netlabelbereich vergeblich zu suchen ist.
UNOIKI basiert auf der Idee eines Kollektivs gleichgesinnter Künstler mit einer originellen und einzigartigen Vision und wird deren Musik, visuelle, audiovisuelle, multimediale und interdisziplinäre
Werke und Projekte über die eigene Website veröffentlichen und verkaufen. UNOIKI möchte Projekte und Kollaborationen initiieren und Verbindungen zu innovativen Künstlern, DJs, Denkern, Autoren, Tänzern, Filmemachern, Media-Aktivisten und Afficionados aufbauen, um so ein Netzwerk zu bilden, das auf zukünftige Aufgaben und Herausforderungen vorbereitet ist.

Der UNOIKI-Calandar

Den Startschuss für das Projekt gibt heute J-Lab mit seinem Track 110 / From the Hip, den es auf UNOIKI zum freien Download gibt. Ab jetzt wird es jeden Monat einen Track geben, der den jeweiligen Monat beschreibt und ebenfalls als freier CC-Download erhältlich ein wird.

Beteiligte Künstler sind übrigens: Keinzweiter (DE),  Sven Laux (DE), Humeka (FR), Sul.a (CAN), MRZ (SUI), Storlon (SUI), Ten and Tracer (USA), choenyi (USA), Andrés Marcos (SUI), J-Lab (UK), Dr.Nojoke (DE), TRIoon (UK, DE, ESP), Horror Vacui (DE), Micarus (DE), Niora (DE).
Artists - UNOIKI_02012010_big
Für`s Mastering bin zur Zeit ich zuständig.

www.unoiki.net
www.soundcloud.com/unoiki
www.twitter.com/unoiki

Klamauk Labelparty – The Clover live in Mainz

16 November 2009

36363249Es war mal wieder eines der Events auf das man sich schon Wochen vorher gefreut hat. Das Mainzer Label Klamauk lud am 6.11.2009 in der Mainzer Comodo-Lounge zur  Too Fast For Love-Labelnacht. Mit von der Partie waren Tilman, Trojan, Michael Fluhr, meine Wenigkeit und der Liveact The Clover aus Italien. Schon während dem Warmup wurde klar, dass es eine gute Party werden sollte, denn die Tanzfläche war schon lange vor dem Hauptact bestens gefüllt. Und so konnten The Clover, die mit Laptop, Drumpad und Bassgitarre eine bunte Mischung aus Italohouse, Mircofunk und Minimalhouse spielten die Crowd durch eine funkig rockende Liveperformance überzeugen. Als gegen 6 Uhr dann die Polizei auftauchte war für uns die Party dann auch endlich vorbei, wobei zu hoffen bleibt, dass Klamauk – das Label, das mehr Partys  macht als Musik- uns bald wieder mit einer Party dieser Art beschert. Ich bin auf alle Fälle wieder dabei ;)

Ian Simmonds auf Tour mit Analogsoul

12 Oktober 2009

GO EAST! – auf musikalischer Entdeckungsreise in Osteuropa heißt das Projekt des Leipziger Labels Analogsoul bei dem es auf eine Konzertreise in die freien osteuropäischen Kunst- und Musikszenen geht. Mit im Tourbus sitzt der bekannte Produzent,Sänger und Musiker  Ian Simmonds, in letzter Zeit vor allem durch sein Album The Burgenland Dubs auf dem Jenaer Label Musik Krause bekannt geworden ist.

„analogsoul” ist eine non-profit-Plattform für innovative Musikprojekte. Mit der Jenaer Elektro-Band „Klinke auf Cinch“ brechen sie auf nach Polen, Ungarn, Slowenien, Kroatien und die Tschechische Republik. Die soll die Tour die Szenen des „neuen“ und „alten“ Europas musikalisch verknüpfen. „Indem wir kostenlose Konzerte in Galerien, Kulturzentren, Bars und Clubs spielen, treffen wir Künstler, Aktivisten und Multiplikatoren“ sagt Fabian Schütze, der Initiator des Projekts von „analogsoul“. „Wir wollen ins Gespräch kommen, die dortigen Projekte, Themen und Künstler auch in Westeuropa einem größeren Publikum zugänglich machen“. Die jungen Kreativen von „analogsoul“ wollen berichten, wie Kultur in Osteuropa funktioniert: wie dort mit Leidenschaft und persönlichem Einsatz Projekte realisiert werden, die gezwungenermaßen ohne finanziellen Background auskommen und nur vom Engagement der Menschen vor Ort leben.

Für die Miete eines Kleinbusses und dessen Betankung auf ihrer „Entdeckungsfahrt“ sucht das Team von „analogsoul“ Spender. Genauer gesagt suchen sie eigentlich „Investoren“. Denn jeder, der mit seiner Spende etwas zur Reise beiträgt, der bekommt was für sein Geld: Exklusive Konzertmitschnitte, Video-Podcasts und natürlich jede menge Bilder und Berichte von unterwegs. Der Begriff „Startkapital“ war wohl selten so passend. „Alles in allem rechnen wir mit etwa 1500 Euro, die nötig sind, um dieses Projekt zu realisieren“, sagt Fabian Schütze. Diesen Betrag versucht „analogsoul“ durch transparentes Spenden auf betterplace.org zu decken. betterplace.org ist ein Marktplatz für soziale Projekte und bietet Organisationen und privaten Spendern eine Plattform, um gemeinnützige Vorhaben zu realisieren.

Indem die Musiker und Künstler von „analogsoul“ die Erfahrungen ihrer Reise teilen, tragen sie so ganz unaufgeregt zur interkulturellen Verständigung bei. Die Osteuropa-Tournee soll nämlich auch Antrieb für ein längerfristiges Engagement sein: „Aus unserer Entdeckungsfahrt sollen zukünftige gemeinsame Projekte erwachsen, zum Beispiel Besuche osteuropäischer Künstler in Deutschland oder vielleicht sogar ein kreatives Workcamp“, hofft Fabian.

Die Entdeckungsreise und Osteuropatournee von „Klinke auf Cinch“ kann unter folgendem Link bei betterplace.org unterstützt werden: http://goeast.betterplace.org.

Weitere Informationen zum Leipziger Label „analogsoul“, zur Spendenplattform betterplace.org, sowie zu „Klinke auf Cinch“ sind auf folgenden Seiten zu finden:

http://analogsoul.de http://myspace.com/cinchklinkehttp:// goeast.betterplace.org

Matthew Herbert Recording-Session im Robert Johnson

1 Oktober 2009

Und alle so “yeaaah”, oder alle so “klatschklatsch” und “tzzzzz”. Zumindest so der Art am 30.9.2009 gut zwei Stunden lang im rappelvollen offenbacher  Robert Johnson geschehen. Matthew Herbert hatte es für sein neues Konzept-Album  auf die Geräuschkulisse und  Sounds abgesehen, die Menschen in einem vollen Club von sich geben. Dazu wurden im kompletten oberen Bereich des Robert Johnson Mikrofone und Kameras installiert, die das Geschehen auf sicherer Distanz festhalten sollten. Nachdem alle anstehenden Gäste einzeln fotografiert wurden und endlich den Club betreten hatten, begann Matthew dann mit der eigentlichen Aufnahme-Session, in die er alle Beteiligen mit einbezog. Angefangen bei  Drum-Basics wie Snare und Hi-Hat bis hin zu abstrakteren Dingen wie Handyklingeln (das meiner Meinung nach etwas in die Hose gegangen ist) und Schlüsselrasseln war die Crowd gefragt den bestmöglichen Einsatz für das Mitmach-Album zu bringen. Da wir alle namentlich und bildlich erwähnt sind, ist das also Ehrensache, oder? Dank Timestreching und ähnlichem technischen Finessen wird er auch das teilweise völlig untighte Geklatsche und Geklopfe in eine für unsere Ohren erträgliche Form bringen.
Ich bin sehr auf das Album gespannt und man munkelte gestern, dass jeder Besucher nach Fertigstellung ein Exemplar geschickt bekomme. Ganz so sicher bin ich mir angesichts der momentanen Lage im Musikbusiness jedoch nicht.
Da ich ebenfalls in den Genuss einiger schöner Aufnahmen gekommen bin, werde ich selbstverständlich ein klitzekleines inoffizielles Bootleg der Session erstellen, sobald das Original released ist. Das wird allerdings noch mindestens 6 Montate dauern und bis dahin hat Herbert noch viel Spaß damit, den ganzen Krempel zu verwursten.

http://www.accidentalrecords.com

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