Freerotation 2011 – Ein Rückblick

Nach dreimonatiger Sommerabstinenz nun endlich mal wieder ein Posting. Nicht ganz unschuldig an meiner Pause war unter anderem auch die Vorbereitungszeit für mein Liveset auf dem  diesjährigen Freerotation-Festival, das nun schon im 4. Jahr in einer geheimnisvollen Location tief in der Wildnis von Wales stattfindet und von Insidern nicht zu unrecht “die fetteste Houseparty der Welt” genannt wird.

Ein Festival, von dem vor allem hier in Deutschland kein Mensch etwas gehört hat, bei dem es nirgendwo Karten zu erwerben gibt und auf dem sich trotzdem internationale Größen wie Surgeon, Efdemin, Shackleton, Move D oder Soulphiction die Turntables an die Hand geben? Und das Ganze dann mit ca. 800 Gästen mitten in der Wildnis von Wales rund um ein hunderte Jahre altes Schlosshotel zur Sause des Jahres wird. Genau! Das ist das Freerotation: Kein Gequetsche,  kein Stress, kein Anstehen, keine unerwünschten Krawallmacher, nur Musik und nette Leute. Und zwar Musik vom Besten was die Tanzfluhr-Kultur zu bieten hat.  Von Ambient über Dubstep, House und Techno habe ich in den drei Tagen nicht ein einziges Mal den Eindruck gehabt, dass ich es hier mit minderwertiger Lückenfüller-Ware zu tun habe. Und das ist bei dem Überangebot an elektronischer Musik ja heute bereits zum Standard geworden. Es wurde durchweg, auch morgens schon, in der höchstmöglichen Qualitätsliga gekickt. Technisch wie musikalisch war ausnahmslos jeder Akt eine Attraktion für sich. Wie so ein Konzept funktioniert? Mit Mundpropaganda. Denn Karten bekommen nur die, die von anderen Besuchern des Festivals empfohlen wurden. Selbst Presseausweise scheint es hier nicht zu geben. So bleibt alles familiär. Wie in alten Zeiten als Techno und House noch keine Jahrmarktsattraktion war.

Die Anreise gestaltete sich für mich und Ed(.Arcade), der als Unterstützung mitgekommen war, relativ soft, da wir vom etwa 10 Minuten entfernten Frankfurter Flughafen abflogen. Gut zwei Stunden später waren wir dann auch schon in Birmingham und trafen dort auch schnell auf die anderen Deutschen, die langsam aus Stuttgart, Berlin oder München eintrudelten. Ab hier ging es dann mit einem bis unter die Decke vollbepackten Bus  auf eine nochmal ca. zweistündige Fahrt in Richtung Nirgendwo.
Nachdem wir uns auf der Fahrt durch so ziemlich alle Wetterlagen zwischen strahlend blauem Himmel und sintflutartigem Regen gekämpft hatten, standen wir endlich vor der anmutigen Location, dem etwas in die Jahre gekommenem und mystisch wirkendem Schlosshotel Baskerville Hall. Nach der ersten Erkundungsreise war klar, es sollte zumindest von der Location her definitiv die Party des Jahres werden. Das Festival bot im Hotel selbst 3 Floors, die sich in Main 1 und 2 und der Lounge aufteilten, draußen gab es dann noch  einen kuppelartigen Aufbau für alle Events, die tagsüber stattfanden. Dort befand sich auch der Cateringservice, der uns mit wirklich fantastischem veganem Essen versorgte. Danke an dieser Stelle nochmal an den “No Bones Jones”.
Was uns allerdings auch ziemlich schnell klar war, dass wir die Party hautnah in unserem Zimmer miterleben werden würden, denn  wir hatten tatsächlich das Zimmer genau über dem Mainfloor 1. Gegen 22h war es dann auch vorbei mit der Ruhe vor dem Sturm und wir beschlossen an dem Treiben unter uns teil zu haben.
Da die meisten Gäste schon tagsüber angereist waren, war unten auch schon Full-House. Mit den Sets  wie z.B. von Leif, Cosmin TRG, Portable und letztendlich Surgeon, der immer lauter und schneller wurde, als wir bereits im Bett lagen und ich den Eindruck hatte, mein Bett hüpft quer durch den Raum, waren wir dann für den ersten Abend mehr als bedient.

Nach einer sehr sehr kurzen Nacht ging es dann morgens direkt mit Tom Ellis weiter, der sein Liveset mit E-Bass präsentierte. Wirklich sehr gelungene Mischung aus House und Funk, die der Trimsound Chef und Freerotation Resident uns da präsentierte. Im Laufe des Tages war dann hauptsächlich das Set von Jackmate zu erwähnen, das wir dann auch recht euphorisch feierten.
Gegen 23h legte dann Christina Wheeler eine ziemlich gute Liveperformance mit Gesang in Harfe hin und sorgte mit vollem Haus in der Lounge schon für sitzendes Publikum, das ich mit meinem für diese Veranstaltung recht experimentellen Live-Set erstmal zum Tanzen bewegen musste. Das klappte dann nach einiger Zeit auch prächtig und bewies mir, dass man mit seiner Performance durchaus auch etwas riskieren und aus der Reihe tanzen kann ohne, dass die Leute es einem übel nehmen. Und dass es mit der Zeit immer voller wurde, bestätigte diesen Eindruck nochmal. Nachdem ich dann nach ca. eineinhalb Stunden fertig war, wurden alle Zeiger auf Party gestellt und so tanzten wir von einem Raum zum nächsten, um bis in die frühen Morgenstunden das Freerotation voll auszukosten. Zu erwähnen war ein komplett improvisiertes Liveset von Reagenz, das ganz auf Laptop verzichtete und komplett analog auf einer TR-808 und einem SH-101 gespielt wurde.

Am nächsten Tag sollte  laut Aussagen der alten Hasen aus den Vorjahren der intensivste Tag werden. Er begann schon morgens bei einem ausgiebigen Bierfühstück und ging den sonnig von Set zu Set weiter. Ich habe selten so eine euphorische Stimmung erlebt, wie an diesem Tag. Mein Lieblingset war von Roberto Q. Ingram, der mit seinem extrem pushenden und melodischem  Detroitsound die mittlerweile fast komplett verkleidete Menge regelmäßig zu Ausrasten brachte. In Wales scheint es in Mode zu sein, sich hin und wieder total affig zu verkleiden. Von Pandabär bis Nachtgespenst war da so ziemlich alles dabei.
Die Nacht besiegelte dann ein fantastisches Liveset von Soulphiction, der mit seiner Freundin Suzana am Mic zu überzeugen wusste, ein ziemlich deepes Set von Fred P., der Detroit nochmal zwei Stufen tiefer legte, und letztendlich der Veranstalter Steevio, der mit seiner Freundin auf ein Liveset auf einem analogen Modularsystem spielte. Leider war ich zu dieser Zeit schon ziemlich Out of Order und musste mich da auf ein youtube-Video beziehen.

Am Abreisetag ging dann nochmal alles drunter und drüber. Da wir von Birmingham aus flogen, in Brüssel umsteigen mussten und der Flieger in Birmingham eine Stunde Verspätung hatte, mussten wir am Brüsseler Flughafen dann nochmal richtig Gas geben. Wir rannten durch den kompletten Flughafen, der gefühlte 15km lang war bis fast zum letzten Gate, um dann in letzter Minute festzustellen, dass dieses bereits geschlossen war und uns das Flugzeug vor der Nase weg flog. Nun standen wir völlig verzweifelt, mit schweren Kreislaufproblemen, ohne Gepäck und halb verdurstet am Brüssler Flughafen. Zum Glück hatten wir den routinierten David (Move D) dabei, der das Kindchen nach zweistündiger Odyssee dann schaukelte. Wir bekamen eine Nacht im Sheraton spendiert und flogen dann morgens um 6 in aller Herrgottsfrühe in Richtung Frankfurt.

Ein anstrengender, aber wirklich überaus lohnenswerter Trip, den ich nächstes Jahr hoffentlich wiederholen werde.

Freerotation Festival July 22-25 Special by Roberto Q. Ingram

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Makunouchi Bento – Swimé

Wirklich herausragendes Album des Rumäners Makunouchi Bento, das sich im Bereich Montage, Ambient oder Musique Concrète bewegt. Fantastische Soundscapes, interessante Montagen mit allerlei Kleinkram. Vom Konsum psychoaktiver Substanzen beim Hören würde ich abraten, das Zeug ist wirklich etwas radioaktiv
Der Download bei Bandcamp ist kostenlos.

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UNOIKI – Evaluation

1623000080-1UNOIKI, ein internationales Künstlerkollektiv mit Hauptsitz in Berlin ist meiner Meinung nach eines der einzigen ernstzunehmenden Clicks n Cuts Labels dieser Tage.  In einer Zeit, in der Techno  so generisch geworden ist, dass ich mir um meine Gesundheit Sorgen machen muss, wenn ich mir die Top Hundert Minimal oder Techhouse Charts auf Beatport anhöre, sind Gesamtkonzepte wichtiger denn je.  Durch die unüberschaubare Zahl an Netlabels ist allerdings auch der experimentelle Sektor irgendwann stark mit sehr unbedeutender Musik vollgelaufen.
UNOIKI macht hier eine erfrischende Ausnahme, denn hier wird eine sehr experimentelle, überaus kleinteilige und vor allem tiefgründige Stimmung verbreitet die sich zum Anspruch genommen hat, einen Inhalt und ein Lebensgefühl anstatt reiner Bits und emotionsbefreitem DSP-Geklicker zu transportieren. Vor allem an den fantastischen Artworks erkennt man sofort, dass hier ein sehr künstlerischer Wind weht, der allerdings keine starre Richtung einschlägt, sondern zwischen leichter Brise bis hin zu säurehaltigem Regen einiges mehr zu bieten hat, als der Standard-Minimal-Sound von DJ Otto Normal. UNOIKI sieht sich übrigens auch gar nicht als Label oder gar Netlabel, vor allem weil die Releases alle in sehr aufwendig gestalteten Falthüllen als Limited Edition released werden und neben VJs auch Kunstausstellungen veranstaltet werden. Soeben halte ich das Teil in meinen Händen und bin schon etwas überrascht, wie die Sache mit der Zeit immer hochwertiger geworden ist.
Für mich ist UNOIKI zur Zeit die letzte Bastion um meine Liebhaberei zwischen Clicks und Cuts auszuleben und ich scheue mich nicht zu sagen, dass UNOIKI heute klingt, wie man es von Mille Plateaux (an dieser Stelle bewusst KEIN Link, diese Webseite ist wie das Label leider völlig vergewaltigt worden) vor ein paar Jahren erwartet hätte.

Das Preview der aktuellen Compilation Evaluation, die es  als Limited-Edition hier zu erwerben gibt, sagt mehr als tausend Worte. Man sollte sich bei dieser Art von musikalischer Kunst jedoch die Zeit nehmen und alles auf sich wirken lassen. Den springenden Punkt findet man hier oftmals erst beim wiederholten Hören.  Ich für meinen Teil habe dieser Compilation einen Track (Bitfunk) und das Mastering spendiert.

Und für die Leute, die nicht wissen wer Dr. Nojoke, der Gründer und Initiator von UNOIKI ist, hier ein kleines Interview mit ihm, das meiner Meinung nach sehr gelungen ist.

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Tilman in the Mix

Wer etwas sucht, mit dem er voller Elan in den bisher doch recht überzeugenden Frühling tanzen kann, der sollte sich den neuen Podcast von meinem Kollegen Tilman reinziehen. Für meinen Geschmack hat er mit das Coolste, was Tanzmusik zur Zeit zu bieten hat, in einem Mix untergebracht. Tanzbar und unterhaltsam, ohne die nötige Deepness aus den Augen Ohren zu verlieren.


Download free

Exklusiv für http://tendances-fy.blogspot.com

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Was mich zur Zeit musikalisch bewegt

Ich wurde letztens gefragt, warum ich in meinem Blog nicht mehr politische Themen bringe. Natürlich habe ich mir den ein oder anderen Gedanken darüber gemacht, weil ich ja  ein durchaus politisch interessiert Mensch bin. Der Grund, warum ich mich zur Zeit über Politik nicht auslassen möchte, ist einfach der, dass ich glaube, dass aufgrund der Tatsache, dass Politik im Außen geschieht, es für mich nie möglich sein wird, sie wirklich fassbar zu machen, sie bleibt ein Spuk. Im Gegensatz zur Musik. Musik passiert innen und deshalb ist Musik auch immer authentisch. Denn nur das, was wirklich erlebt wird, kann wahrhaftig sein.
Ich denke, dass die Musik, man hört, ein Spiegel von dem ist, mit was man sich beschäftigt, von dem wie man denkt und vor allem von dem, was man fühlt. Deshalb hat Musik auch für mich indirekt etwas mit Politik zu tun.
Und was bewegt mich zur Zeit? Wie immer ist es ein verrückte Fahrt durch Gegensätzlichkeiten, denn Dogmen sind nur etwas für coole Kids.
Morlockk Dilemma
Ich komme einfach nicht um den bösen Mann aus Leipzig herum, der seit ein paar Wochen mit seinem Album “Circus Maximus” mein Bewusstsein zermatscht. Morlockk Dilemma spiegelt die Härte, den Zynismus und gewisses apokalyptische Tendenzen in mir. Und sein Kumpel Hiob aka V-Mann oder Hieronymuz setzt dem Ganzen durch seine äußerst ausgefeilten Parts und unglaublich coolen Beats das nötige Sahnehäubchen auf. Nur etwas für Leute, die deutschen Rap eigentlich hassen ;)

Marcus Fischer
Ich brauche viel Ruhe. Und Marcus Fischer bewegt sich auf sehr ruhigen Pfaden. Es ist Musik, die mich beim Erstkontakt sofort sehr ruhig gemacht und der eine dermaßen warme Ausstrahlung innewohnt, dass man sich fühlt, wie in einem wundersamen Garten voller seltsamer, kleiner, friedlicher umher schwirrender Wesen. Musik, die sich ihrer Kleinteiligkeit und ihrem Chaos wieder zu einem großen Ganzen zusammenfügt.

Ulver
Das erste Ulver-,  ein Black Metal-Album, hat mich beim ersten Hören sofort geflasht. Ich habe den Eindruck, auch wenn ich die norwegischen Texte nicht verstehe, dass es hier um etwas mystisches geht – Und unsere Welt ist und bleibt ein Mysterium. Um geheimnisvolle Dinge, die sich in einem kalten dunklen Wald abspielen. Diese Musik hat eine sehr spezielle magische Ausstrahlung, die man nur schlecht in Worte fassen kann. Wohlgemerkt haben sich Ulver nach ihrem dritten Album dem Black Metal abgewandt und machen zur Zeit eher elektronische Folk-Musik.

Muff Potter
Deutschrock ist bis auf Ausnahmen eigentlich nicht ganz so meine Kragenweite. Muff Potter ist so eine Ausnahme. Musik, die so einfach und so perfekt ist und die unserer verkorksten deutsche Musikwelt mal wieder etwas Poesie zugesteht. Man hat bei dieser Musik einfach die Möglichkeit selbst zu interpretieren und das ist eine Kunst für sich. Muff Potter haben sich nach ihrem letzten Album leider getrennt.

Frivolous
Aktueller House und Techno ist an Langeweile nicht zu überbieten. Die Masse an Veröffentlichungen, die so unübersichtlich ist, wie ein Schrottplatz, auf dem sich die Wracks der letzten zwei Jahrzehnte stapeln, machen das Perlentauchen nach fetten Tracks zu einem fast unmöglichen Unterfangen. Aber hin und wieder fällt ein Lichtschein auf die gebeutelte Welt der Tanzmusik: Frivolous schafft es tatsächlich mit seinem Album meinen Arsch zu bewegen und das ist zur Zeit wirklich nicht sehr einfach.  Diese Musik strotzt nur so vor Frische und Intelligenz, dass man einfach das Tanzbein schwingen muss. Einer der wenigen Leute im Techno Business, die wissen wie man Musik macht.

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Native Instruments TRAKTOR KONTROL X1

tkx1_05Als der Kontrol X1 Anfang des letzten Jahres herauskam, schien es mir, als würden sich die Leute in zwei Lager aufteilen. Die einen schon weit weg vom Turntable und  auf der Suche nach dem perfekten DJ-Controller, die anderen gerade aus diesem Grund strikt auf Vinyl. Dabei ist der DJ-Controller von Native Instruments, der vorwiegend für Traktor entworfen wurde, aber auch mit Software wie Serato funktioniert, alles andere als ein stumpfsinniger “Knopfdrück und drin”-Controller. Sicher kann man ihn als einziges Interface für Traktor benutzen, die Tracks in den Decks per Knopfdruck synchronisieren und braucht im Endeffekt nicht mehr zu tun, als den Crossfader zu bewegen. Der Grund für den Kauf das X1 war für mich als Benutzer von Plattenspielern (und auch immer noch von Vinyl) allerdings nicht das Synchronisieren auf Knopfdruck, sondern die üppig gestaltete Effektsektion, die praktischen Auswahlwerkzeuge und die Loopfunktion, die mich endlich vom nervigen Trackpad und der Tastatur befreien sollten. Meiner Meinung nach ist im Club nichts  nerviger als das ständige Suchen und Schauen auf den Monitor des Laptops. Schauen muss man bei der Benutzung das X1 zwar immer noch, allerdings geht dies wesentlich lässiger von statten als mit Trackpad oder Mouse. Für den DJ der alten Schule sicherlich kein Thema, für mit der Zeit gehende Vinyl-Digital-Hybriden wie mich eine sehr schöne Bereicherung. Gerade die eigentlich recht coolen Effekte von Traktor sind dank der intuitiven Oberfläche endlich benutzbar geworden.
Was man als DJ-Mutant so aus der kleinen Kiste rausholen kann, zeigt NI eindrucksvoll in ihren Promotionvideos.

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Spenza – What?

avatars-000002316959-o8ya49-cropMir hat schon lange kein Album mehr zugesagt, das sich dem Thema Breaks auseinandersetzt. Spenza hat es geschafft, denn er macht mit seinem Album What!, das zur Zeit im Selbstvertrieb veröffentlicht ist, das gut, was sich bei vielen anderen  wie eine schlechte Chemical Brothers Kopie auf  zu viel Kokain anhört. Obwohl das Wort chemical nicht unbedingt unzutreffend ist. Denn die Tracks sind teilweise durchaus säurehaltig, tänzeln aber gekonnt  auf einem schmalen Grad zwischen Liebe zum Detail und  Rock n Roll. Böse Zungen würde es vielleicht sogar als Big Beat bezeichnen. Sicher bin ich mir da nicht, denn gerade die Melodien und Flächen harmonieren trotz ihrer leichten Verstimmtheit so gut miteinander, sind so ausgeklügelt, dass sie Platz für viel Interpretation lassen, mich persönlich z.B. an Movie-Soundtracks der 70er und 80er erinnern, dass ich mich schämen würde, den Sound in eine Schublade stecken zu müssen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es mit dem Album weitergeht.

Spenza – What? by SPENZA

Spenza – Deep In Soup by SPENZA

Kostenloser Download (über Facebook)

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Pixelord – Lucid Freaks Pt.1

Wer auf posthoppiges mit viel Triolen und holprigen Beats steht, der bekommt bei Russen Pixelord das volle Programm der eingefleischter moskauer Underground-Wonkyness. Das Netlabel Error Broadcast hostet seine Debüt-EP Lucid Freaks Pt.1. Download der 192er Mp3 ist kostenlos, den Rest bekommt man auf Bandcamp oder iTunes.

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Seaquence – Musik aus dem digitalen Meer

Ich mag das Wort “Zeitvertreib” ja eigentlich gar nicht. Aber wenn ich relativ nutzlose Musikspiele wie Seaquence sehe, finde ich einfach kein anderes Wort. Seaquence ist ein Sequenzer, der Sounds in Form von Meerestieren in einer sehr innovativen Art und Weise arrangiert. Da das Ganze auf Flash basiert, ist genügend Rechenpower Grundvoraussetzung für diesen interessanten  “Zeitvertreib”.
http://seaquence.org/

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Klamauk 003 – Mainzer Microfunk ganz groß

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Klamauk, das zweite einzig wahre Microfunk Label aus Mainz, das sich im Gegensatz zum Netlabel spontanMusik auf Vinyl spezialisiert, hat seit geraumer Zeit nun endlich einen Vertrieb gefunden und wird wohl zukünftig öfter und mehr veröffentlichen als in Vergangenheit. Die dritte Veröffentlichung, die ebenfalls als 4-Track Compilation kommt, sehe ich als bisher stärkste. Alle 4 Tracks sind tanzflächen- und ipodtauglich zugleich und geben ein durchweg positives Hörerlebnis von sich. Einen Favoriten kann ich nicht wirklich ausmachen, ist der Frivolous Track eher etwas zum hören, der von Leif eine ziemliche Clubbombe. Alles in allem eine sehr runde Sache, die im klaumaukmäßigen Artwork von Michael Fluhr daherkommt und schon alleine deswegen ein Kaufgrund sein sollte. Die Platte ist über alle gängigen Onlineplattenläden oder über die Homepage beziehbar.

Frivolous – Candle-Light Ave by klamauk

Grifin – Up Class by klamauk

Tilman – Oskar by klamauk

Leif – Alphabetti by klamauk

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Gabriel Teodros – Hip Hop aus der dritten Welt

Das kostenlose Mixtape GT’s Ethiopium: A Jitter Generation Mixtape von Gabriel Teodros bietet erstklassige Raps auf Beats, die aus traditioneller äthiopischer Musik erstellt wurden. Raptechnisch eher USA-lastig, beattechnisch zwar nicht wirklich exotisch, aber sehr interessant und qualitativ hochwertig. Download ist kostenlos.

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Morlockk Dilemma & Hiob – Apokalypse Jetzt!

morlockk_dilemma_hiob_apokalypse_jetzt_coverIch hätte es ja fast nicht mehr für möglich gehalten, dass es nach Abzstrakkt nochmal deutschen Hip-Hop gibt, der mich so richtig mitreißt, aber dieses Album hat es mir wirklich angetan. Es hat mir auf einen Schlag gezeigt, was mir jahrelang, oder vielleicht sogar schon immer an deutschem Rap gefehlt hat. Es ist die nötige Härte, die Aggression, die unterirdische Deepness , die sich hier in Form von apokalyptisch poetischen Lyrics und düsteren Beats (gesampelt wurde hier u.a. Zwölfton- und Film-Musik) ihren Weg in das Bewusstsein gräbt. Die finsteren Texte, die allesamt vor Zynismus erbrechen, werden wie von den beiden Meisterspittern in einer sehr konsonant-betonten Art und Weise rüber gebracht, dass man wirklich fast glaubt, das letzte Stündlein hat geschlagen. Man muss schon etwas genauer hinhören um die beiden auseinander zu halten, denn gerade Hiob aka V-Mann hat sich auf diesem Album etwas an Morlockk Dilemma angepasst. Meiner Meinung nach gibt das dem Album den nötigen Feinschliff. Textlich spiegelt sich hier vor allem die Vergangenheit der beiden in Leipzig und Berlin, mit der heutigen Lage in sozial unterbemittelten Wohngebieten und entsprechenden Lebenslagen. Vielleicht ist es die zynische, fast schon lethargische Herangehensweise, die diese Sache so erfrischend macht, denn es wird komplett auf weltverbesserungslyric verzichtet und stattdessen das untermalt, was wirklich da ist. Für viele sicher ein zu harter Brocken,für mich das Rap-Album 2010 – herausgekommen ist es allerdings schon 2009.
Es ist allgemein wohl eine der besten Platten, die ich dieses Jahr zu hören bekommen habe und wird in der Liste vermutlich das einzige Deutschrapalbum bleiben. Rap ist nicht nett, mein Freund!

Macheten 2 zusammen mit Ruffkidd

http://spokenview-shop.com/

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The Great Mundane

thegreatmundaneThe Great Mundane ist eine sehr delikate Mischung aus Downbeat Electronica, Halftime Post Hop generiert mit einer Brise Deepness und Funk. Wie ich solche Beschreibungen doch liebe. Jedenfalls höre ich gerade sein auf Bandcamp veröffentlichtes Album Humdrum und bin ziemlich begeisterst. Weiter frage ich mich, warum dieser ältere Herr bisher noch nicht in Erscheinung getreten ist, hat er doch bereits 3 erstklassige Releases zu verbuchen.

Das neuste Werk This is so You ist kostenlos auf Bandcamp erhältlich.

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Red Bull Music Academy London 2010

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Ich mag “Musikschulen” und Red Bull ja eigentlich generell nicht. Red Bull ist einfach nur ekelhaft und in Musikschulen wird man doch nur zu gerne dazu verleitet Technologie vor Kreativität zu sezten und sich irgendwelchen dubiosen “Standards” anzueigenen, die in der Musikszene gerade “hip” sind.
Trotzdem: Die Ergebnisse der diesjährigen Red Bull Musicacademy gehen zwar schon ein wenig in die selbe Richtung (urban wonky Downbeats, Neosoul, Post-Hop), jedoch sind die Tracks durchgehend von sehr hoher kreativer und technischer Qualität.
Der Download der 41 Tracks ist kostenlos und lohnt sich auf jeden Fall.
Mehr infos im Blog der Academy.

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