Die Zeiten in denen ich exzessiv Computerspiele wie F.E.A.R. oder Doom gespielt habe, sind bei mir spätestens seit dem Tag vorbei gewesen, an dem ich auf einen G5 umgestiegen bin. So wirklich vermisst habe ich die Ballerei seit dem nicht, obwohl ich bis zum heutigen Tage von Computerspielen fasziniert bin. Schon als jugendlicher habe ich mich monatelang an Spielen wie Day of The Tentakel oder Monky Island festgebissen, die durch ihre scheinbar unlösbaren Rätsel eine magische Anziehungskraft auf mich ausübten. Nur so kann ich mir die Begeisterung erklären, die das Steampunk Rätselspiel Machinarium in mir auslöste, als ich die Onlinedemo anspielte.
Machinarium ist ein ein systemunabhängiges Spiel auf Flashbasis, das vor allem durch seine liebevollen Zeichnungen und Grafiken auffällt. Man steuert die Figur eines kleinen Roboters, der seine Freundin aus aus einer Festung befreien muss, durch eine wundervolle Landschaft und muss etliche gut durchdachte Rätsel und Minigames lösen. Ver allem die Minigames haben es in sich. Dies sind kleine Denkspiele, die teilweise wirklich Hirnschmalz beanspruchen. Z.B. muss man gegen andere Roboter “5 gewinnt” spielen, gewisse Logikaufgaben meistern, oder ein Arcadespiel(Space Invaders) bis zu einem gewissen Punktestand schaffen um einen Gegenstand zu bekommen, der für den weiteren Spielverlauf wichtig ist. Weil das Spiel teilweise sehr knifflig werden kann, haben die Entwickler das Lösungsbuch in Form eines Arcadegames gleich mit eingebaut. Man muss nur ein Level eines einfachen Ballerspiels meistern und bekommt dafür einen Blick auf die Seite im Lösungsbuch, die den Raum beschreibt, in dem man gerade ist. Ich muss zugeben, es ein paar Mal benutzt zu haben, weil ich echt am verzweifeln war. 
Musikalisch wird hier ein bunter Mix aus vorwiegend Ambient und anderen ruhigeren elektronischen Styles geboten, die sich wunderbar in das Spiel integrieren. Der Produzent hat hier ganze Arbeit geleistet. Sogar ein musikalisches Rätsel ist mit dabei, das mir mit am besten gefallen hat. Praktischerweise bekommt man beim Kauf des Spiel den kompletten Soundtrack in Form von Mp3s gratis mit dazu.
Wer Spiele mag, die einen gewissen intellektuellen Anspruch an den Spieler stellen und noch dazu wunderschön gestaltet sind, der landet bei Machinarium einen Volltreffer. Um sich ein Bild vom Spiel zum machen, lassen sich die ersten 5 Screens des Spiels vollständig und ohne Einschränkung online testen. Der Preis des Spiels liegt mit ca. 15 EUR auch noch im Bereich des bezahlbaren. Ein perfektes Spiel um seine grauen Zellen zu aktivieren und im Winter bei Kerzenlicht und Tee auf den Sommer zu warten… Ich habe es durch und muss sagen, jedes Minute genossen zu haben.
Onlinedemo
http://machinarium.net/demo/
