Jazz ist in der heutigen Zeit ja oft immer noch mit dem heillosen Gefrickel des Modern-Jazz der 50er und 60er Jahre behaftet. Für viele ist das nach wie vor ein Haufen unzusammenhängender, schnell gespielter “Töne”. Die meisten Mythen, die über Jazz erzählt werden sind allerdings eben genau das, Mythen. Plaistow, ein Genfer Jazz-Trio, das ich seit einiger Zeit beobachte, spielt zwar Jazz, aber eine eher moderne Version davon, die in gewissen Kreisen auch als Post-Jazz bezeichnet wird. Im Grunde ist das eine minimalisierte und konkretisierte Form eines klassischen Jazz-Setups. Allerdings geht es hier weniger um das möglichst schnelle Durchspielen auswendig gelernter Skalen, als um eine außergewöhnliche Form der Improvisation, die während dem Spiel voller melodischer und rhythmischer Ideen ist und in der man niemals den Eindruck hat, die Band spielt gerade auseinander. Die drei Musiker verstehen sich mit ihren Instrumenten genauso gut, wie in ihrem Kollektiv und das merkt man in jeder Sekunde.
Wer Jazz mag, für den ist Plaistow sowieso Pflicht und für alle die Jazz nur aus der Schuhabteilung bei Kaufhof oder eben als Frickelorgie kennen, sollten sich die Alben, die es kostenlos auf ihrer Homepage herunterzuladen gibt, unbedingt anhören. Wer sich nicht ganz sicher ist, der kann sich ja mal Plaistow live im unten stehenden Video anschauen.
Plaistow Homepage
Plaistow Downloads (kostenlos)
Plaistow`s erstes Album “The Crow” erscheint am 12.4.2010 auf Unit records/ Insubordinations netlabel, und kann unter Downloads ebenfalls jetzt schon heruntergeladen werden.
