Blogs gibt es ja wie Sand am Meer und irgendwie ist man schon etwas übersättigt. Trotzdem gibt es meiner Meinung nach kein Blog, das sich auf absolut unvoreingenommene Art und Weise mit Musik beschäftigt. Musik ist kulturell immer vorbelastet. Der Techno-Fan mag keinen Rap und erst recht keinen Metal. Dem Rap-Fan ist Klassik irgendwie völlig fremd und Afrika ist für die meisten Europäer eh ein Buch mit 7 Siegeln. Dass Musik generell immer in gewissen Abhängigkeiten steht, vergisst man schnell. Was wäre Metalcore ohne Punk und Punk ohne die Beatles? das ist jetzt sehr kontrovers, hat aber seine Berechtigung.
Für viele klingt das sicher hart und zerstört das ach so heile Weltbild der hiesigen Musikkultur auf einen Schlag. Wenn man z.B. mal auf dem Dubstep-Gleis gefahren ist und bedenkt, dass hier Reggae und Rave eine harmonische Zweisamkeit verbringen, ohne auffällig dem jeweiligen Genre verhaftet zu sein, dann merkt man schnell wie schnell sich musikalische Grenzen in lustige rote Lollipops verwandeln können. Ich für meinen Teil scheiße auf irgendwelche musikfaschistischen Glaubenssätze von Getrenntheit und Abschottung einzelner Stile. Eine solche Abschottung hat meist zum völligen verblassen einer einst interessanten Musikkultur geführt. Einige Beispiele finden sich vor allem im Goa, Drum n Bass oder Hip-Hop Bereich. Wobei Abschottung eigentlich in jedem Genre vorhanden ist.
Es gibt keine gute Musik. Es gibt nur Musik, die aufgrund verschiedenartiger Glaubenssätze als gut bewertet wird.
Ich werde hier über alles sprechen. Über die in meinen Augen guten Sachen, die weniger guten, die langweiligen und die gefährlichen und grenzwertigen, die ich vor allem in fundamentalistisch geprägter Musik egal welchen Glaubens oder Ziels sehe. Mir ist es grundsätzlich furzegal ob jemand Porngrind, Türkenrap, Breakcore, Contemporary oder Postjazz (hab ich mir nette Sachen rausgesucht, oder?) macht. Es muss bewegen. Und Bewegung hat vor allem mir Stimmungen zu tun. Mir bringt Death-Metal auf ner Afterhour ungefähr genau so viel wie Klassik auf ner Micro-Funk Party. Meine vorherrschende Stimmung ist für den Genuss von Musik von bedeutender Wichtigkeit. Leute, die in jeder Situation alles -oder eben nichts- hören können, haben meiner Meinung nach einen schlechten, wenn gar überhaupt keinen Musikgeschmack. Genauso schlimm wie notorische “isch hör halt alles so” Radiohörer. Wer sich hier angesprochen fühlt, dem sei der Newsletter von musicload.de ans Herz gelegt.


super sache!
bin begeistert.Daumen hoch!!!